Erinnerungsstücke verschenken

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Um mein Wochenglück zu erklären, muss ich Euch eine kleine Geschichte erzählen:

Sie beginnt mit meinen Eltern, die vor über 40 Jahren geheiratet haben. Damals waren sie jung und nicht sonderlich gut bei Kasse – deshalb gab es nur schlichte Ringe und kein großes Fest. Ich war zu dieser Zeit noch nicht auf der Welt, aber ich erinnere mich noch gut daran, wie fest der Ring an der Hand meines Vaters saß. Als Kind war ich mir nie sicher, ob er ihn jemals wieder abnehmen könnte.

Abgenommen hat er ihn auch nicht. Nur ausgetauscht. Denn zu ihrem 25. Hochzeitstag haben sich meine Eltern neue Ringe geschenkt. Damals hat meine Mutter die alten Ringe zu Manschettenknöpfen umwandeln lassen. Die Ringe wurden jeweils halbiert, ineinander gelegt und dann links und rechts mit einer Perle verbunden. Von da an trug mein Papa immer Hemden mit Manschetten.
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Als er vor vier Jahren starb, ging ich davon aus, dass meine Mutter die Manschettenknöpfe als Erinnerungsstücke für sich aufbewahrt. Doch sie hatte wieder eine Idee, die Schmuckstücke neu zu erfinden – dieses Mal als Armreifen. Sie ließ ein silbernes Verbindungsstück zwischen die beiden Ringenden eingefügen und nun tragen meine Schwester und ich jeweils einen Armreifen als Erinnerung.

Ok, das war eine sehr lange Einleitung, aber nun könnt Ihr sicher besser verstehen, warum mir im Sommer die Tränen in die Augen stiegen, als ich (in einem Kundentermin!) merkte, dass eine Perle verloren gegangen war. Dummerweise hatte ich an diesem Tag bereits eine Zugreise hinter mir und die Perle war nicht mehr auffindbar. In dieser Woche habe ich meinen Amreif zurück bekommen – denn meine Mutter und meine Schwester haben sich um die „Reparatur“ gekümmert und nun sieht er wieder aus wie neu.

Auch wenn es wieder einige schöne Momente in dieser Woche gab, war das in jedem Fall der beste. Denn seitdem ich den Armeif habe, habe ich das Haus nie ohne das Schmuckstück verlassen und habe ihn in den vergangenen Wochen schmerzlich vermisst.

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Und da ich die Idee, aus Erinnerungsstücken etwas Neues zu machen, so toll finde, möchte ich Euch in diesem Zusammenhang auch noch die von meiner Mama genähten Wäschesäcke zeigen, die mich auf jede Reise begleiten. Sie bestehen aus alten Hemden meines Vaters, die aufgrund des Monogramms sowieso schwer weitervererbt werden konnten. Zudem sind Männerhemden für Töchter jetzt auch nicht das optimale Kleidungsstück (gut, es geht als Nachthemd, aber mehr auch nicht)…

Vielleicht gibt es ja auch das ein oder andere Stück, von dem Ihr Euch schwer trennen könnt, das Ihr aber auch nicht direkt selbst verwenden und stattdessen „upcyceln“ wollt? Für mich ist es ein schönes Gefühl, meinen Papa auch auf diese Art bei mir zu haben…

Und was waren Glücksmomente in Eurer Woche?

Liebe Grüße
Fee

Geteilt bei  Fräulein Ordnung, die sich wöchentlich fragt, was sie diese Woche glücklich gemacht hat. Ich mache mit, denn geteiltes Glück ist doppeltes Glück. Auch wenn das Glück manchmal schwer zu erkennen ist.

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8 Comments
  • Hasengretel
    22. November

    Ich habe geweint beim Lesen! Und ich tue es immer noch…

    • Fee Vogel
      23. November

      Oh nein, liebe Hasengretel! Ich wollte hier gar keine Tränenbäche verursachen… Das tut mir leid! Liebe Grüße, Fee

  • Selmin
    22. November

    Hach Fee, dass Du es bei jedem 2. Post schaffst, dass mit Tränen in die Augen schießen Das Geschenk ist so schön… Und ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn mir so eine Perle verloren gegangen wäre. Man könnte aus Männerhemden übrigens auch Röcke nähen, oder eine Tunika oder Bluse oder ein schönes Kissen für die Couch oder oder oder…lass mich wissen wenn Du mal brainstormen möchtest

    Liebste Grüße und ein Riesendrücker, Selmin

    • Fee Vogel
      23. November

      Liebste Selmin, Du bist süß – danke für das tolle Angebot. Ich würde super gerne mit Dir brainstormen… Eine dicke Umarmung von Fee

  • Oh, das ist ja der Wahnsinn! so was tolles! Die Armreife sind ja echt was besonderes…
    Meine Mutter arbeitet ja im Ausbildungszentrum für bestatter… udn da werden von verstorbenen Fingerabdrücke genommen, die man dann in Schmuckstücke verwandeln kann.. werden dann in silber gegossen oder so… meine Mama hat so eine KEtte auf der der Fingerabdruck meins Vaters ist.
    Mein Papa trägt keine Schmuck, weshalb er keinen Abdruck hat.. aber die Idee fand ich auch schön.. aus den Eheringen was zu machen ist allerdings noch viel schöner!
    Toll!

    Mein Glücksmoment war übrigens gestern.. als es angefangne aht zu schneien.. ich hab mich gefreut wie ein kind und bin im wintergartenr umgehopst… da war der kamin an.. feuer und schnee.. der WAHNSINN!

    Ganz viele liebe Grüße

    Franzy

    • Fee Vogel
      23. November

      Wow, Schmuck mit Fingerabdruck ist ja auch eine tolle Sache – das kannte ich noch gar nicht. Das hätte ich auch schön gefunden, aber mein Armreif ist einfach mein Lieblingsstück… Liebe Grüße, Fee

      Ps: Wie cool, dass es bei Euch geschneit hat. Ich hoffe so sehr, dass der Schnee auch noch zu uns kommt…

  • Ioana / miss-red-fox
    26. November

    Liebe Fee,

    was für eine wunderbare Idee, den Ring weiter zu verwenden! Der Armreif ist sehr schön geworden!

    Meine Eltern haben bei deren Silberhochzeit deren ersten (Gold)Ringe schmelzen und als goldene „Mittelstreifen“ in neuen, Silberringe einfassen lassen, aus dem Rest gab es, glaube ich, Ohrringe.

    Die upcyclete Hemde sind auch toll geworden! Ich würde aus einem alten Hemd vielleicht eine Kochschürze machen, wenn der Stoff nicht allzu dünn ist…

    Liebe Grüße,
    Ioana

    • Fee Vogel
      3. Dezember

      Danke liebe Ioana! Wie cool, dass Deine Eltern ihre Ringe auch recycelt haben – es ist auch viel zu schade, dass die Schmuckstücke dann einfach in einer Schublade landen… Und eine Schürze finde ich auch eine tolle Idee. Ein Hemd habe ich sogar noch 🙂 liebe Grüße, Fee