Tage wie dieser.

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Wisst Ihr, warum ich so gerne jede Woche mein Wochenglück zusammenstelle und bei Fräulein Ordnung teile? Weil ich mir damit immer wieder bewusst mache, welche kleinen Dinge mich glücklich machen. Menschen, die mein Leben bereichern, Situationen, die mir Freudentränen in die Augen treiben oder einfach Hübsches, Leckeres, Spannendes, das ich erleben oder genießen konnte. Nicht, dass es mir immer gelingen würde, aber ich versuche das Gute zu sehen – mit dem Wissen, dass ein schöner Tag für mich der schlimmste im Leben eines anderen sein kann. So wie es der gestrige Tag für so viele Menschen war, die ihre Lieben nicht gesund und munter am Flughafen in die Arme schließen konnten.

Natürlich weiß ich, dass das Leid in dieser Welt beinahe unendlich ist und jeder Krieg und jedes Verbrechen eine Beitrag verdient hätte. Und dennoch hat dieser Flugzeugabsturz mich besonders berührt. Man liest von zwei Babies, die an Board waren, und denkt sofort an die kleine Mininichte und das Glück, das sie in unser Leben gebracht hat. Man denkt an die Töchter und Söhne, die Mütter, Väter, die Schwestern, Brüder, Tanten und Onkel (…), die ab jetzt an jedem Oster- oder Weihnachtsfest, jedem Geburtstag und jeder Hochzeitsfeier fehlen werden. Ich denke an all das, was die Familien nun erwartet, all die Aufgaben, die sie neben der Trauer nun bewältigen müssen. Und ein bisschen denke ich auch daran, dass ich selbst jede Woche mindestens zweimal in ein Flugzeug steige.

Das Leben kann von einem auf den anderen Tag anders werden. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Seither sehe ich Krankenwagen mit anderen Augen, fühle anders mit, wenn ich von Krankheiten, Schicksalsschlägen oder solchen Katastrophen erfahre. Ich weine mehr, aber ich lache auch mehr.  Und freue mich bewusster – darüber, dass die Sonne scheint und ein gutes Lied im Radio läuft, darüber dass mich jemand an der Kasse vorlässt oder ein Kuchen gelingt.

Das mag abgedroschen klingen. Gefühlsduselig. Oder einfach nur logisch. Aber das Schicksal der Germanwings hat mich daran erinnert, wie es sich anfühlt, wenn die Welt aus den Fugen gerät. Und das eben der verlorene Kunde, die misslungene Diät oder der Streit über Alltägliches nicht das Ende sind. Deshalb mag den Spruch „Ende gut, alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende“.

Natürlich ist nicht überall alles gut (auch bei mir nicht), aber heute entscheide ich mich wieder bewusst dafür, es gut sein zu lassen. Und mich wieder an den kleinen Dingen zu freuen. Zum Beispiel an Familie und Freunden. Und das nicht nur zu denken, sondern auch zu sagen. Vielleicht wollt Ihr ja mitmachen und auch einmal wieder ein „Schön, dass es Dich gibt“ per whatsapp oder SMS verschicken. Ich habe es mir fest vorgenommen.

Nachtrag: Eben hab ich „Mittwochs mag ich“ bei Frollein Pfau entdeckt…da möchte ich gerne dabei sein. Nächste Woche dann auch wieder etwas unbeschwerter…

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