Woll-Weisheiten: selber machen oder gewinnen

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Über den Wolken…schreibt es sich doch gleich doppelt so schnell. Naja fast. Ich genieße auf jeden Fall diese zwei Stunden wöchentlich, in denen ich oft einfach vor mich hindenke, den Zeitschriftenstapel abbaue und manchmal auch einfach eine meiner Lieblingsserien schaue. Kennt Ihr Scandal oder Suits? Beides Ami-Serien, deren erste Staffeln ich am liebsten am Stück geschaut hätte. Wenn man nicht schlafen und arbeiten müsste. In unserer Jugend hatten wir keinen Fernseher im Wohnzimmer, sondern nur bei unseren Eltern im Schlafzimmer. Entsprechend war glotzen eher die Ausnahme. „Samstag Nacht“? – nie gesehen. „Hart aber Herzlich“ oder „Quincy“? Kenne ich erst aus den Wiederholungen, die ich während des Studiums gesehen habe. Denn da hatte der erste eigene Fernseher eine magische Anziehungskraft auf mich. Glotzen und Mittagessen, Glotzen und Abendessen, Glotzen zwischendrin – ich bin froh, dass ich dennoch die Kurve bekommen und inzwischen eine normale Beziehung zu unserem Fernseher habe. Ob die Beziehung zu meinem Telefon normal ist, diskutieren wir hier ja jetzt nicht 🙂

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Nun aber zurück zu meinem eigentlichen Thema. Basteln kann man zwar nur sehr eingeschränkt im Flugzeug (wobei ich schon mal mit Schere und Kleber bewaffnet im Flieger ein Geburtstagsgeschenk fertiggebastelt habe), aber darüber schreiben funktioniert sehr gut. Deshalb möchte ich Euch heute gerne meine kleinen Woll-Weisheiten zeigen. Es ist schon ein Weilchen her, da waren auf pinterest und überall tolle Wandkunstwerke aus Nagel und Faden zu sehen. Natürlich nix für die Mietwohnung, die ganze Wand mit Nägeln zu übersehen – deshalb habe ich eine „handliche Variante“ umgesetzt und ich finde, sie hat auch ihren Charme. Wie immer habe ich gleich nach der Produktion keine Bilder gemacht und könnte Euch jetzt nichts davon zeigen, wenn es nicht in der Familie geblieben wäre. „Love, Laugh, Live“ habe ich für meine Schwester gemacht und die „worry Less, smile more“ ist meinem Job zum Opfer gefallen. Eigentlich sollte es ein Geschenk werden, aber ich wurde nicht rechtzeitig fertig. Deshalb ist diese kleine Woll-Weisheit noch immer Teil meiner Bürodeko und heute hier zu gewinnen.

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Aber jetzt erst einmal zur Anleitung, wie Ihr eigene Weisheitsgeschenke erstellen könnt.

Schritt 1: Im Baumarkt eine Platte in der gewünschten Größe kaufen. Das Holz sollte sich gut streichen lassen (sofern ihr es farbig machen wollt), aber auf keinen Fall beschichtet sein. Denn dann kann es sein, dass es rund um die Nagellöcher splittert und das ist ärgerlich.
Schritt 2: Sofern Ihr den Hintergrund gerne farbig haben wollt, dann streicht/lackiert die Platte vor dem Start in Eurer Wunschfarbe. Ein richtiger Heimwerker würde die Platte wahrscheinlich vorher anschleifen, aber so genau hab ich es nicht genommen und mich für die klassische schwarz-weiß Kombination entschieden. Ein Bild ganz in Minttönen würde mir im Nachhinein aber auch gut gefallen.
Schritt 3: Jetzt geht’s an die Buchstaben. Die kann man entweder aus der Hand vorzeichnen (kann „man“, aber ich nicht) oder sich eine schöne Weisheit zweifach ausdrucken (die Nummer-Sicher- und-damit-meine-Variante). Wichtig ist, dass die Schriftart nicht zu filigran ist und – abhängig von Eurem Zeitbudget – nicht zu rund. Dazu später mehr. Je nach Font muss man da schon mal Schriftgröße 150 bemühen und ggf. den Text auf mehrere Seiten verteilen. Denn er muss Originalgröße haben.
Schritt 4: Ein Ausdruck des Schriftzugs wird nun einfach an einigen Stellen mit Klebeband (ich empfehle Washiband; das geht auf jeden Fall auch wieder ab) auf der Holzplatte befestigt.
Schritt 5: Nun kommen die Löcher ins Brett – ganz einfach durch die Papiervorlage durch. Eckige Buchstaben wie Ls oder Ns sind einfach – da kommt je ein Nagel in die Winkel der Buchstaben. Anstrengend sind Bs, Os oder Rs, denn da muss man die Rundung mit mehreren Nägeln nebeneinander umsetzen. Ihr könnt dafür einen Hammer benutzen (aaanstrengend; ich hab es am Anfang so probiert), oder stattdessen einen Akkuschrauber mit einem feinen Bohrer nutzen. Das ging ganz wunderbar. Man muss nur aufpassen, dass man nicht versehentlich durchbohrt und seine Weisheit auf dem Esstisch/Schreibtisch/Basteltisch verewigt. Dann Nägel nur noch leicht nachhämmern und fertig ist das Gerüst.

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Schritt 6: Nun könnt Ihr vorsichtig das Blatt zwischen den Nägel hervorziehen – oder wie ich etwas unschön rausreißen. Muss ja auch schnell gehen, man will ja mit dem Wickeln anfangen… Und dann merkt man auch, ob einer der Nägel vielleicht doch noch einen kleinen Hieb mit dem Hammer braucht, oder ob alles bombenfest sitzt. Weil man dann aber vor lauter Nägeln die Buchstaben nicht mehr sieht, gibt es den zweiten Ausdruck, der einem dann beim Wickeln als Gedankenstütze helfen kann. Wichtig ist eine gute Verknotung des Fadens am ersten Nagel und danach geht dann auch alles fast wie von selbst. Es wird einem schnell klar, wann man außen und wann innen entlangwickeln muss; immer wieder dient eine Schlaufe um einen der Nägel zur Stabilisierung und Festigung der Wollbuchstaben. Ich habe alle Buchstaben nacheinander gewickelt – jeden mehrmals, bis die gewünschte Stärke erreicht war. Das hängt natürlich auch ein wenig von der Dicke der Wolle und der Größe der Weisheit ab. Da ich alles aus einem Stück Wolle gemacht habe, sind die Zeilen und Wörter miteinander verbunden. Natürlich könnte man hier stattdessen auch einfach wieder neu ansetzen.fairylikes-llldetails1

Schritt 7: Die fertige Woll-Weisheit selber aufstellen/aufhängen oder jemandem eine Freude machen…

Apropos Freude machen: Falls ich Dir mit meiner „worry less, smile more“ Weisheit eine Freude machen würde, dann hinterlass mir doch hier auf dem Blog (bitte direkt hier und nicht bei Facebook) bis Sonntag Abend (8.2.2015) einen kurzen Kommentar. Das Los entscheidet dann. Inspiriert dazu hat mich übrigens ein Überraschungspaket (habe ich Euch hier gezeigt). Jetzt freu ich mich, wenn ich damit auch einem von Euch ein kleines Wochenglück bescheren kann. Ich bin gespannt…

Wollig weise Grüße von

F.

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2 Comments
  • Total cool!
    Ich bin bei solchen Sachen ja echt ungeschickt (Holz splittert immer und Nägel lassen sich gar nicht krumm einschlagen.. das kann nicht an mir liegen, schließlich müsste es ja nach gefühlten tausend Versuchen irgendwie mal klappen… Übung und so… )
    Deshalb würde ich mich natürlich über ein perfektes Werk als Vorlage freuen.
    Allerdings versuch ich es jetzt auch einfach nochmal… Aufgeben ist nicht 😀

    Ganz viele liebe Grüße

    Franzy

  • Nina
    3. Februar

    Das mit dem „Selber machen“ und „Handwerkeln“ ist ja so eine Sache für sich. Die guten Vorsätze sind da – Inspirationen abgespeichert im Handy und Ausschnitte rausgerissen aus unzähligen Zeitungen ebenso.
    Und was gibt es Schöneres, als ein selbstgemachtes Geschenk zu bekommen oder sogar selber zu verschenken?! So etwas ganz persönliches, für das wir uns Zeit genommen haben und das wir extra für die Freundin, die Schwester, die Mama oder die Kollegin in unserer kostbaren Freizeit selber gemacht haben und das kein Paketbote nach dem Onlineshopping gebracht hat?!
    Aber dann kommt der Alltag und die Wolle zum Häckeln, die Leinwand zum Malen, die Fotos für die Collagen … alles wandert in die Ecke. Darum kümmere ich mich dann mal, wenn ich Zeit habe!!

    Insofern bewundere ich jeden, der selber kreative Geschenke und kleine Aufmerksamkeiten herstellt und seine Lieben damit glücklich macht! Über die selbstgebastelten Weihnachtsohrringe hinaus habe ich es leider nie geschafft! Geschweige denn bis zu einem Blogg mit so tollen Ideen und Ansätzen wie hier bei Fairylikes! Ein herzliches Danke dafür!!

    Und so werden die Wollweisheiten auch bei mir in den Inspirationen landen und darauf warten, irgendwann einmal, wenn wieder mehr Zeit ist, hoffentlich als selbstgemachtes Geschenk den Weg zu meinen Lieben finden. Und bis es soweit ist, würde ich mit den Wollweisheiten von Fairylikes jedes Mal wieder an mein ungenutztes kreatives Potential erinnert werden!!